Blaues Highlight beim Kultursommer

Der Künstlerin Anja Schindler ist in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Markus Stockhausen ein spektakuläres Kunstwerk gelungen: Gemeinsam setzten sie Kunst in Bewegung – und zwar in einer Trageprozession durch die Straßen von Cochem und Trier. Sie machten Bilder zu Musik und brachten Ideen zum Tragen beim Kultursommer Rheinland-Pfalz.

Damit sorgte Anja Schindler für einen Aufruhr in Blau an der Mosel: Mit den Kindern und Jugendlichen der Jugendkunstschule Klotten färbte sie das schwere Thema in ein leichtes Blau. Sie gab dem Tragen eine Farbe und machte die vielen verschiedenen Facetten des Tragens sichtbar: Hoffnungsträger, Tragisch, Tragen macht schön!, Und was trägst Du?, Wer trägt hat’s leichter! Ist das tragbar?, Tragen verbindet Gott und die Welt, Einer trage des anderen Last – für jeden war ein Motto dabei.

 

Trageprozession in Trier. Foto: Kai Myller

Trageprozession in Trier. Foto: Kai Myller

 

Stockhausen, renommierter Jazztrompeter und Gründer der Internationalen Akademie für Intuitive Musik, komponierte „Fünf Melodien für homo portans für alle tragbaren Melodieinstrumente“. Die Melodien in dorischer, mixolydischer und pentatonischer Tonart (sehr alte, heute oft im Jazz und Blues verwendete Tonarten) gaben Anja Schindlers Trageprozession in Blau eine tragende Basis. Während Stockhausen das Tragen vertonte, gab Schindler dem Tragen Bilder und Farbe. Die Trageprozession in Blau machte in beschwingter Leichtigkeit die Vielschichtigkeit sichtbar und hörbar.

Das Fazit: Tragen stiftet Gemeinschaft. Von hier aus kann die Spurensuche zur Archäologie des Tragens weiter gehen.

 

Homo Portans war ein ausgewähltes Projekt beim diesjährigen Kultursommer Rheinland-Pfalz. Unter der Leitung der Künstlerin Anja Schindler organisierte die Jugendkunstschule Klotten-Kail Trageprozessionen durch Cochem und Trier mit musikalischer Begleitung durch Markus Stockhausen und machte auf das Forschungs- und Kunstprojekt aufmerksam. Ein Rückblick von Annette Kehnel.

Erfreuliche Nachrichten zum Jahresbeginn

homo portans hat pünktlich zum Neuen Jahr den 1. Preis im bundesweiten Wettbewerb “Rauskommen! – Der Jugendkunstschuleffekt 2012″ gewonnen. Mit diesem Preis hat der Bundesverband der Jugendkunstschulen und Kulturpädagischen Einrichtungen die Künstlerin Anja Schindler und ihr Team der Jugendkunstschule Klotten/Kail ausgezeichnet. Begründet wurde die  Entscheidung Jury unter anderem damit, dass aus der Zusammenarbeit zwischen Jugendkunstschule und Universität es gelungen ist, das ungewöhnliche, kulturphilosophische Thema “Tragen” im ländlichen Raum greifbar und ästhetisch erfahrbar zu machen.

Greifbare und ästhetische Darstellung des "Tragens"

 

 

Entgegennahme des Preises

 

 

LINKS

http://www.bjke.de/cms/index.php?id=510

http://bundespresseportal.de/rheinland-pfalz/item/7427-geis-rheinland-pf%C3%A4lzische-jugendkunstschulen-bundesweit-spitze.html

www.jukusch.org

Mensch definiert sich über das Tragen

Das Projekt Homo Portans lebt von der Überzeugung, dass Wissenschaft und Kunst sehr viel gemeinsam haben. Unser Online-Interviewblog „kunst – werk – wissenschaft“ soll diesen Gemeinsamkeiten ein Forum bieten. Heute bittet Vanessa Wormer Sibylle Wolf um ganz konkrete Aussagen zur Kunst und zu Homo Portans.

Frau Wolf, wann haben Sie zum letzten Mal so richtig geschleppt?

In der letzten April Woche habe ich auf meine Nichte aufgepasst und diese häufig auf dem Arm oder meiner Hüfte getragen. Dies war ein sehr angenehmes, doch mit der Zeit schweres Gewicht.

Der kostbare Schmuck zeigt die Wertschätzung, die man den verstorbenen Kindern entgegenbrachte.

Ist der homo portans nicht meistens völlig unästhetisch?

Absolut nicht! Die Menschen definieren sich mit Hilfe der Dinge, die sie tragen und bringen ihre entsprechenden Lebensgewohnheiten oder Einstellungen damit zum Ausdruck. Dies kann wunderschön sein. » Weiterlesen: Mensch definiert sich über das Tragen

Tragen verbindet Gott und die Welt

Als kleinen fotografischen Rückblick finden Sie hier eine Bildergalerie zu den Trageprozessionen in Cochem und Trier. Viel Spaß beim Anschauen!

Fotos: Kai Myller