Homo Portans beim Kultursommer

Nach der wissenschaftlichen Tagung im vergangenen Jahr im Dresdner Hygiene-Museum steht Homo Portans 2012 ganz im Zeichen der Kunst: Als ein ausgewähltes Projekt beim Kultursommer Rheinland-Pfalz präsentiert sich Homo Portans mit Trageprozessionen, Kunstexponaten und Workshops der Öffentlichkeit. Das Programm finden Sie hier.

Dabei sein bei der Trageprozession in Cochem!

Homo-Portans-Trageprozession in Dresden. Foto: Anja Schindler

 

Veranstalter der Homo-Portans-Projekte im Rahmen des Kultursommers ist die Jukusch – Jugendkunstschule Klotten-Kail. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom FONDS SOZIOKULTUR. Als Schirmherrin konnte Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn gewonnen werden. (Flyer)

Begleitend zu den Kunstprojekten beim Kultursommer soll auf der Homepage auch die Wissenschaft zu Wort kommen: Beim Online-Projekt „kunst – werk – wissenschaft!“ bloggen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über ihre Lieblingsbilder und -kunstwerke zum Homo Portans.

Zwischen Skepsis und Begeisterung

Das Projekt Homo Portans lebt von der Überzeugung, dass Wissenschaft und Kunst sehr viel gemeinsam haben. Unser neues Online-Interviewblog „kunst – werk – wissenschaft“ soll diesen Gemeinsamkeiten ein Forum bieten. Heute bitte Vanessa Wormer Jörg Wettlaufer um ganz konkrete Aussagen zur Kunst und zu Homo Portans.

Trägerinnen in der Sahara 1988, Foto: privat.

Herr Wettlaufer, wann haben Sie zum letzten Mal so richtig geschleppt?

Bei meinem letzten Umzug. Hinterher tat mir der Rücken weh. Aber was erwartet man, wenn man normalerweise den ganzen Tag auf einem Drehsessel im Büro sitzt und nur die Finger auf die Tastatur bewegt.

Ist der homo portans nicht meistens völlig unästhetisch?

Solange er nicht gebeugt geht, finde ich ihn durchaus ästethisch. In Afrika tragen viele Kulturen schwere Dinge auf dem Kopf und gehen dabei aufrecht. Das sieht manchmal auch schön und ästhetisch aus, obwohl es sicher für die Träger recht anstrengend ist.

Was halten Sie von der Idee über dieses Thema eine Brücke zwischen Wissenschaft und Kunst zu schlagen?

Ich bin skeptisch was die gegenseitigen Befruchtungsmöglichkeiten angeht. Kunst und Wissenschaft widersprechen sich an einigen Stellen, vor allem aber hinsichtlich der Methodik. Über Ästhetik läßt sich bekanntlich trefflich streiten, ohne zu einem Ergebnis zu gelangen. » Weiterlesen: Zwischen Skepsis und Begeisterung

Dabei sein beim Klangexperiment

Machen Sie mit bei einem ungewöhnlichen Klangexperiment!

Markus Stockhausen, Foto: Hyou Vielz (www.aktivraum.de)

Der bekannte Trompeter und Komponist Markus Stockhausen hat ein außergewöhnliches Musikstück komponiert, das am 26. Mai in Cochem/Mosel zusammen mit zirka 100 Mitwirkenden bei der Homo-Portans-Trageprozession zur Uraufführung gebracht werden soll. Mit dabei: Musiker und Laien, Erwachsene und Kinder, mit „richtigen“ Instrumenten und mit selbst entwickelten Klangobjekten, die sich auf ein ganz neues Klangerlebnis einlassen wollen.

Werden auch Sie Teil eines musikalischen Großevents!

Dabei sein! —– Noten —– Bericht der Rhein-Zeitung

 

Fasziniert vom homo portans alpinus

Das Projekt Homo Portans lebt von der Überzeugung, dass Wissenschaft und Kunst sehr viel gemeinsam haben. Unser neues Online-Interviewblog „kunst – werk – wissenschaft“ soll diesen Gemeinsamkeiten ein Forum bieten. Heute bittet Vanessa Wormer Karin Fuchs um ganz konkrete Aussagen zur Kunst und zu Homo Portans.

Wann haben Sie zum letzten Mal so richtig geschleppt? 

"Homo portans alpines", Darstellung aus Chronik, 15. Jahrhundert

"Homo portans alpinus", Darstellung aus einer Chronik, 15. Jahrhundert.

Seit ich in meiner neuen Wohnung bin – altes Haus, 3. Obergeschoss ohne Lift – immer öfter…

Ist der Homo Portans nicht meistens völlig unästhetisch?

Nein, warum? Gerade körperliche Aktivität kann doch sehr attraktiv sein.

Was halten Sie von der Idee über dieses Thema eine Brücke zwischen Wissenschaft und Kunst zu schlagen?

Find ich nach wie vor sehr gut. Mir gefällt dieser andere, neue Zugang zwischen den beiden. Kunst als eine Form des Vermittelns mit Wissenschaft zusammenzubringen – in meinen Augen sehr lohnenswert.

Was haben aus Ihrer Sicht Kunst und Wissenschaft gemeinsam?

Für mich liegen Gemeinsamkeiten genau in diesem angesprochenen Feld der Vermittlung. Wissenschaft, die aus Selbstzweck forscht, macht keinen Sinn. Nur, wenn es gelingt, Ergebnisse, Fragen oder Ideen aus der Wissenschaft auch zu vermitteln, kann sie etwas erreichen. Kunst vermittelt in meinen Augen per se etwas – dieses „etwas“ kann sehr unterschiedlich sein, richtet sich aber immer an einen Betrachter und will damit vermitteln.

Was fasziniert Sie als Wissenschaftlerin an Homo Portans?

Das gewaltige Spektrum an Themen und Zugängen, die mit Homo Portans angesprochen werden können. Für mich ein Beleg mehr, dass sich thematische Zugänge lohnen – aus der Geschichtsdidaktik heraus gedacht, für mich ein wichtiges Anliegen.

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