Die Venus vom Hohle Fels – als der Homo Portans zu tragen begann

Die Venus vom Hohlen Fels

Hilde Jensen, Universität Tübingen

War der Mensch zuallererst Schmuckträger?

Urgeschichtliche Funde legen diese Annahme nahe. Zum Beispiel die “Venus vom Hohle Fels” – die Frauenfigur wurde 2008 bei Schelklingen im Achtal (Schwäbische Alb) gefunden und ist eine Sensation: Sie ist nicht nur die älteste Frauenfigur, die wir kennen, sondern weist auch eindeutig eine gut erhaltene Öse auf. Die Venus vom Hohle Fels war also ein Schmuckanhänger und ist weit älter, als alle anderen bekannten Tragegegenstände des Homo Portans.

“Es liegt auf der Hand, dass der Mensch von Beginn seines Lebens in Europa an den Wunsch nach dem Tragen dieser Stücke besaß. Mir stellt sich unter Anderem die Frage, warum er diese tragen wollte und getragen hat”,

sagt Sibylle Wolf von der Universität Tübingen. Der Homo Portans ist im weitesten Sinne Thema ihrer Dissertation im Bereich der Älteren Urgeschichte. Sie arbeitet mit dem ältesten Schmuck der anatomisch modernen Menschen in Europa. Dieser Schmuck sei zwischen 40.000 und 30.000 Jahre alt und aus Mammutelfenbein angefertigt. Wolf interessiert sich in ihrer Forschungsarbeit nicht nur für die technologischen Aspekte der Herstellung des Schmucks, sondern genauso behandelt wird die Frage nach dem symbolischen Inhalt dieser frühen Schmuckstücke.

Diesem Aspekt widmet sich auch ein kürzlich erschienenes Buch von Nicholas J. Conard und Jürgen Wertheimer: “Die Venus aus dem Eis – Wie vor 40.000 Jahren unsere Kultur entstand” (erschienen bei Knaus). Die ZDF-Sendung “aspekte” widmete dem Buch und den beiden Autoren einen Beitrag, zu dem Sie über diese Seite gelagen.

Mehr Informationen zum Thema sowie eine Dokumentation von naturevideo über die Venus vom Hohle Fels gibt es auch hier in unserer Rubrik “Forschung”.


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