Fasziniert vom homo portans alpinus

Das Projekt Homo Portans lebt von der Überzeugung, dass Wissenschaft und Kunst sehr viel gemeinsam haben. Unser neues Online-Interviewblog „kunst – werk – wissenschaft“ soll diesen Gemeinsamkeiten ein Forum bieten. Heute bittet Vanessa Wormer Karin Fuchs um ganz konkrete Aussagen zur Kunst und zu Homo Portans.

Wann haben Sie zum letzten Mal so richtig geschleppt? 

"Homo portans alpines", Darstellung aus Chronik, 15. Jahrhundert

"Homo portans alpinus", Darstellung aus einer Chronik, 15. Jahrhundert.

Seit ich in meiner neuen Wohnung bin – altes Haus, 3. Obergeschoss ohne Lift – immer öfter…

Ist der Homo Portans nicht meistens völlig unästhetisch?

Nein, warum? Gerade körperliche Aktivität kann doch sehr attraktiv sein.

Was halten Sie von der Idee über dieses Thema eine Brücke zwischen Wissenschaft und Kunst zu schlagen?

Find ich nach wie vor sehr gut. Mir gefällt dieser andere, neue Zugang zwischen den beiden. Kunst als eine Form des Vermittelns mit Wissenschaft zusammenzubringen – in meinen Augen sehr lohnenswert.

Was haben aus Ihrer Sicht Kunst und Wissenschaft gemeinsam?

Für mich liegen Gemeinsamkeiten genau in diesem angesprochenen Feld der Vermittlung. Wissenschaft, die aus Selbstzweck forscht, macht keinen Sinn. Nur, wenn es gelingt, Ergebnisse, Fragen oder Ideen aus der Wissenschaft auch zu vermitteln, kann sie etwas erreichen. Kunst vermittelt in meinen Augen per se etwas – dieses „etwas“ kann sehr unterschiedlich sein, richtet sich aber immer an einen Betrachter und will damit vermitteln.

Was fasziniert Sie als Wissenschaftlerin an Homo Portans?

Das gewaltige Spektrum an Themen und Zugängen, die mit Homo Portans angesprochen werden können. Für mich ein Beleg mehr, dass sich thematische Zugänge lohnen – aus der Geschichtsdidaktik heraus gedacht, für mich ein wichtiges Anliegen.

Jäger oder Sammler – Träger oder Gammler? Wohin tendieren Sie?

Eindeutig zur Sammlerin… historische Objekte ziehen mich magisch an, diese dann auch zu sammeln, ist ein logischer Schluss.

Gewicht haben und ‚wichtig sein’ hat in vielen Sprachen gemeinsame Wurzeln. Haben Sie dafür eine intuitive Erklärung?

Gewicht braucht, nimmt sich Platz. Darum herum kommt man nicht – im physischen wie im übertragenen Sinn.

Ich habe Sie um Ihr Lieblingsbild zum Homo Portans gebeten. Sie haben das Bild gewählt, weil…

…ich noch immer sehr vom homo portans alpinus fasziniert bin und mich dieser immer noch begleitet.

 

Karin Fuchs ist Professorin für Geschichte und Geschichtsdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz – Luzern. Im Rahmen von Homo Portans hat sie sich mit dem homo portans alpinus beschäftigt.


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