Homo Portans im “historischen” Film

Wie an dieser Stelle schon beschrieben, war der Historikertag 2010 für die Geschichtswissenschaftler aus Mannheim ein ganz besonderes Event. Mit viel Hingabe arbeiteten alle am Projekt “Homo Portans” mit: Es wurde geplant, gestaltet, geschrieben, gegrübelt und natürlich auch getragen (quer durch die Republik).

Doch wir Mannheimer können auch anders: Um uns von unserer unterhaltsamen und humoristischen Seite zu zeigen, haben wir einige Bewegtbilder vom vergangenen Freitag, an dem die Sektion “Homo Portans” stattfand, zusammengeschnitten. Den etwas anderen “historischen” Film sehen Sie nach dem Klick!


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Homo Portans Nachbericht: Ausflug nach Berlin (Historikertag 2010)

Die Mannheimer Sektion „Homo Portans – eine Kulturgeschichte des Tragens“ sorgte beim 48. Deutschen Historikertag an der Humboldt-Universität in Berlin für viel Gesprächsstoff. Die Resonanz auf die Sektion (siehe Veranstaltungen) war sehr positiv, die Besucher lobten die Veranstaltung als „erfrischend“ und „neu“. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete „Homo Portans“ als „eines der erhellenden Projekte“ (das ganze Zitat hier, 2./3.Oktober, S.14) des Historikertags.

Fotos von Sina Steglich und Elmas Yagmur

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Trageprotokoll – Was trägt Homo Portans?

Dies ist ein Gastbeitrag der Architektur-Soziologin Dr. Ulrike Scherzer, die sich schon im Vorfeld für das Projekt Homo Portans mit Menschen und ihren alltäglichen “Lasten” auseinandergesetzt hat. Das Ergebnis stellt sie hier vor:

Für den Auftakt des Projekts Homo Portans zum deutschen Historikertag wollten wir die Alltagserfahrung “Tragen” sichtbar machen – also die Faszination des Selbstverständlichen durch einen kreativen Beitrag verdeutlichen. Dazu haben wir künstlerische Trageprotokolle entwickelt, die Sie am Ende dieses Artikels in der Galerie finden.

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Homo Portans in der Süddeutschen

Eine durchweg positve Kritik hat Homo Portans von der Süddeutschen Zeitung (2./3. Oktober, S. 14) im Bezug auf den Historikertag erhalten. In seinem Bericht unter dem Titel “Mehlschwitze”  resümiert Johan Schloemann die Tagung und hebt die Mannheimer Sektion eigens hervor:

“Eines der erhellenden Projekte war allerdings ein dezidiert kulturgeschichtliches. Eine Mannheimer Forschergruppe widmet sich dem “Homo portans”: einer “Kulturgeschichte des Tragens”, von der Evolutionsgeschichte des Menschen bis heute. Denn was kommt nicht in der Geschichte alles zum Tragen: Historiker tragen schwere Kongresstaschen, Götter tragen den Menschen und werden ihrerseits herumgetragen, der Papst trägt buchstäblich die “persona Christi” mit seiner Kleidung, der Erleichterung von Tragelasten dient die Technik vom Flaschenzug bis zum Transportwesen der Industrialisierung, man trägt Ämter, Autorität und mobile Insignien, während die Pflicht zum Tragen soziale Grenzen markiert: Diener und Frauen müssen tragen und das Tragen von Lasten kann als Strafe dienen, bis hin zur archaischen Reaktivierung in Diktaturen und Lagern.

So läuft das: Eine Einheit der historischen Wissenschaften gibt es nicht, aber ein unmittelbar einleuchtendes Thema kann sie für eine Zeitlang zusammenführen.” (SZ, 2./3. Oktober, S. 14)