Wenn der Name Identität stiftet

Dies ist ein Beitrag von Daniela Ahrens, Studentin an der Universität Mannheim und wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, Prof. Dr. Annette Kehnel. Im Rahmen des Projektseminars „Homo Portans“ betrachtet sie den Menschen als Namensträger und zeigt auf, was passiert, wenn Alltägliches zu etwas Bedeutsamen wird.

Namen sind etwas Alltägliches, etwas Selbstverständliches geworden. Sie stehen im Personalausweis, auf Kundenkarten, unter Verträgen etc. Sie sind so präsent, dass wir uns nur selten bewusst Gedanken über sie machen. Ein Fehler? Wahrscheinlich schon – man denke etwa an das gewaltige Medienecho, das von der Studie “Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“ ausgelöst wurde. Schließlich haben auch andere Studien nachweisen können, dass Namen Assoziationen von Alter, Intelligenz und Attraktivität hervorrufen. Hinter den Namen steckt viel mehr, als auf den ersten Blick sichtbar wird. Es erscheint daher äußerst vielversprechend – über die Frage nach der reinen Bedeutung und Herkunft von Namen hinaus – sich intensiver mit dem Thema zu befassen. Namen bergen zahlreiche Informationen über eine Gesellschaft, ein Individuum, soziale, kulturelle und politische Zustände und Veränderungen in sich. » Weiterlesen: Wenn der Name Identität stiftet

Der Herrscher als Träger der Welt

Dies ist ein Beitrag von Timo Lange, Teilnehmer des Projektseminars “Homo Portans”. Er widmet sein Poster dem „Herrscher als Träger der Welt“ und beleuchtet drei unterschiedliche Facetten der Entwicklung eines europäischen Herrschaftszeichens vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit.

 

Herrscher waren in der Weltgeschichte zumeist die Menschen, die wahrscheinlich am wenigsten zu tragen hatten. Nicht selten waren sogar sie es, die sich tragen ließen. Aber auch Herrscher trugen. Sie trugen Gegenstände, die ihre Sonderstellung für jeden nach außen sichtbar machten: Herrschaftszeichen. Schon in der Antike schmückten sich die Könige mit Diademen, Lorbeerkränzen und anderen Zeichen ihrer Macht. » Weiterlesen: Der Herrscher als Träger der Welt

Krankheitsträger Mensch

Patrick Kilian beschäftigt sich im Rahmen des Master Projektseminars „Homo Portans“ mit dem Menschen als Bakterienträger. Neben der Entwicklung dieser Vorstellung sollen auch die Konsequenzen thematisiert werden, die sich aus diesem neuen medizinischen Diskurs ergeben haben. Patrick Kilian ist Tutor am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und schreibt neben dem Studium für das Kulturmagazin “Ikonen”.

Das Mikroskop – ein neuer Blick

Mikrophotographische Abbilung (1892)

Als eines der höchsten menschlichen Güter ist Gesundheit seit jeher durch Krankheit bedroht. Ob Pest, Pocken oder HIV -  sobald die Krankheiten epidemische Züge annehmen, entwickeln sie sich von einer individuellen hin zu einer kollektiven Gefahr. In der Reaktion auf diese Bedrohungen der Menschheit haben sich in der Geschichte der Medizin unterschiedlichste Krankheitskonzeptionen herausgebildet. Im 17. Jahrhundert sollte sich das medizinische Denken und Forschen mit der Erfindung des Mikroskops grundlegend verändern. Der von Michel Foucault hierbei für die Anatomie beschriebene Perspektivwechsel des Blicks hin zum Unsichtbaren (Geburt der Klinik 9), gilt in radikalerer Form auch für das späte 19. Jahrhundert und die Bakteriologie. Durch die Visualisierung des menschlichen Mikrokosmos kommt plötzlich jener Fremdkörper zum Vorschein, der von nun an zur Ikone der medizinischen Forschung und zum ‚Feindbild’ der Gesundheit erklärt wurde: das Bakterium. » Weiterlesen: Krankheitsträger Mensch

Tragen am Bau

Dies ist ein Beitrag von Christoph Ohlig, Teilnehmer im Master-Projektseminar „Homo Portans“. Mit seinem Poster „Tragen am Bau“ beleuchtet er die Leistung des Tragens und die Belastung auf den Körper über drei Zeitepochen hinweg.

 

Der Mensch trägt seit etwa 5000 Jahren Steine, um große Bauwerke zu errichten. Diese enormen Leistungen wurden erstmals bei den altägyptischen Pyramiden sichtbar, die monumentale Grabstätten für einbalsamierte Pharaonen darstellen und zu den sogenannten sieben Weltwundern der Antike zählen. Noch im Mittelalter wurden bedeutende Gebäude mit der Muskelkraft von Menschen errichtet, auch wenn hier bereits mehr Technik zum Einsatz kam. Im Mittelalter waren es vor allem sakrale Gebäude, die einen hohen Stellenwert einnahmen und daher Berühmtheit erlangten. Ein bedeutendes Gebäude ist beispielsweise der Kölner Dom, der allerdings erst sehr viel später fertiggestellt wurde. In der heutigen Zeit gibt es noch immer den Beruf des Maurers, dessen Job aus dem Tragen und Versetzen von Steinen besteht. » Weiterlesen: Tragen am Bau