Beiträge getagged ‘Forschung’

Der Mensch als Kopfschutzträger

4 April 2011

Dies ist ein Beitrag von Sebastian Hoffmann, Teilnehmer im Master-Projektseminar “Homo Portans” und wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Prof. Dr. Johannes Paulmann, der Uni Mannheim. Im Seminar beschäftigt er sich mit der Bedeutungsvielfalt des Tragens von Feuerwehrhelmen und wird in Dresden ein Poster zu diesem Thema präsentieren. Hier bloggt er über sein Projektvorhaben:

„Bei Gefahr von Kopfverletzungen ist im Feuerwehrdienst ein geeigneter Schutzhelm zu tragen“, besagt das moderne Handbuch der Feuerwehr-Schutzausrüstung. So dient ein Helm wie eine Kappe oder Mütze nicht nur der Dekoration, sondern soll den wichtigsten Körperteil des Menschen, den Kopf, vor äußeren Gefahren schützen. Galt dies bis zum Eintreten in die Zeit der Industrialisierung in erster Linie dem Schutz vor Waffeneinwirkungen, etablierte sich die Nutzung eines Helms in der Folgezeit auch in zahlreichen zivilen Bereichen. » Weiterlesen: Der Mensch als Kopfschutzträger

Wer darf das Schwert des Herrschers tragen?

19 März 2011

Dies ist ein Beitrag von Günter Krüger, Teilnehmer im Master-Projektseminar “Homo Portans” und wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl Neuere Geschichte (Erich Pelzer) der Universität Mannheim. Seinen persönlichen Forschungsschwerpunkten folgend, die insbesondere auf höfische Kultur, Rittertum und Turnierwesen in Spätmittelalter und Früher Neuzeit ausgerichtet sind, beschäftigt er sich im Projektseminar mit dem Zeremoniellen Schwerttragen. In Dresden wird der Masterstudent ein Poster zu diesem Thema präsentieren, einen ersten Einblick in sein Projekt können Sie hier bereits heute gewinnen:

Nur wenigen anderen Objekten wurde in der abendländischen Geschichte eine ähnliche Bedeutsamkeit zuerkannt, wie dem Schwert. Dem Kriegswesen entsprungen, wurde es zum Inbegriff des christlichen ritterlichen Kosmos, das wie kein anderes Symbol zuvor den Ethos einer ganzen Epoche prägte. Doch der Mensch trug das Schwert nicht ausschließlich, um kriegerische Ziele zu verfolgen. » Weiterlesen: Wer darf das Schwert des Herrschers tragen?

Trageprotokoll – Was trägt Homo Portans?

4 Oktober 2010

Dies ist ein Gastbeitrag der Architektur-Soziologin Dr. Ulrike Scherzer, die sich schon im Vorfeld für das Projekt Homo Portans mit Menschen und ihren alltäglichen “Lasten” auseinandergesetzt hat. Das Ergebnis stellt sie hier vor:

Für den Auftakt des Projekts Homo Portans zum deutschen Historikertag wollten wir die Alltagserfahrung “Tragen” sichtbar machen – also die Faszination des Selbstverständlichen durch einen kreativen Beitrag verdeutlichen. Dazu haben wir künstlerische Trageprotokolle entwickelt, die Sie am Ende dieses Artikels in der Galerie finden.

» Weiterlesen: Trageprotokoll – Was trägt Homo Portans?

Ur- und Frühgeschichte: Homo Portans trägt, was ihn schmückt

27 September 2010

Die ältesten Spuren von Dingen, die „vom Menschen getragen“ wurden, deuten nicht auf funktionale Transportleistungen, sondern vielmehr auf das Tragen bestimmter symbolischer Zeichen am menschlichen Körper hin, die man vermutlich zum Schutz oder als Erkennungszeichen trug. Schmuckfunde jedenfalls sind wesentlich älter als Korb- oder Taschenfunde. Der Mensch war also zunächst „Symbolträger“. Natürlich muss hier in Betracht gezogen werden, dass die ältesten Tragbehältnisse aus vergänglichen Materialien gefertigt wurden.

Es gibt so genannten Kleinkunstfunde, z. B. der Hohle Fels bei Schelklingen im Aachtal (Schwäbische Alb), wo durchbohrte Zähne, Fossilien, Schnecken und Muscheln sowie Scheibenperlen und tropfenförmige Anhänger aus Elfenbein gefunden wurden, die als Schmuck oder auf die Kleidung aufgenäht getragen wurden.

Hier ist auch die neu entdeckte “Venus vom Hohlen Fels” sehr interessant.  Es handelt sich bei dieser Venus ganz eindeutig um ein Objekt mit vollständig erhaltener Öse, die das Stück als Anhänger ausweist.

Hier eine Dokumentation von naturevideo über den Fund der “schwäbischen Venus”: