Beiträge getagged ‘Forschung’

Technikgeschichte: Erfindungen und Errungenschaften des Homo Portans

27 September 2010

Seit Jahrtausenden versucht der Homo Portans sich von der Last des Tragens zu befreien: Tragtiere, Räder, Karren, Hebel, Kräne, Sänften, Fuhrwerke. Diese Erfindungen und Errungenschaften gilt es näher zu beleuchten.

Genderforschung: War Homo Portans eine Frau?

27 September 2010

„Tragen ist Frauensache“, das jedenfalls implizieren zahlreiche Forschungen zur Evolution des Menschen. Frauen – so die Thesen – haben das Tragen erfunden, Frauen haben die Kinder getragen und Frauen sind diejenigen, die bis heute Handtaschen lieben: „Man the hunter – women the gatherer.“ Während die Männer auf der Jagd ihr Leben riskierten, beschäftigten sich die Frauen mit dem Sammeln von Kräutern und Beeren im heimischen Umfeld. Weil sie ihre Kinder tragen mussten, taten sie sich leichter mit der Erfindung von Tragebehältnissen, Taschen, Körben etc.

Diese impliziten genderspezifischen Aspekte wären im Projekt zu berücksichtigen, aber auch zu hinterfragen. Jedenfalls scheint eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Art von Theoriebildung dringend notwendig und angesichts der allgegenwärtigen Gleichstellungsdebatten von hoher gesellschaftlicher Relevanz.

Hier eine Bildergalerie zum Thema “Tragen ist Frauensache”:

(© Fotos: Wilfried Lieb)

Entwicklungsbiologie: der Mensch, ein Tragling, hat das Bedürfnis getragen zu werden

27 September 2010

Der Mensch ist entwicklungsbiologisch ein „Tragling“. Der menschliche Säugling muss nach seiner Geburt das erste Jahr ausschließlich, die ersten drei Lebensjahre überwiegend getragen werden, um zu überleben. Aus dieser entwicklungsbiologischen Tatsache ergeben sich einschlägige Folgen für den erwachsenen Menschen, da in der Traglingsphase wesentliche frühkindliche Prägungen stattfinden. Die Vorstellung, getragen zu werden, bleibt auch für den erwachsenen Menschen unmittelbar verknüpft mit dem Bedürfnis nach Geborgenheit, Zuwendung und Sicherheit. Vermutlich gründet in diesem Zusammenhang die universale menschliche Sehnsucht danach, getragen zu werden. Der Mensch ist einer, der getragen werden möchte, er lässt sich tragen von anderen Menschen, von Pferden, Eseln, Elefanten, in Sänften und Thronen, auf Händen, von den Göttern etc.

Die menschliche „Tragfähigkeit“ wird hier als eine zentrale Kippfigur der menschlichen Kulturgeschichte näher beleuchtet: Der Mensch ist einerseits in der Lage zu tragen, hat aber zugleich das Bedürfnis danach, getragen zu werden, und überdies auch danach, zu tragen – wer trägt, fühlt sich zugleich „belastet“ und sicher oder jedenfalls „nützlich“. Tragen stiftet Sinn.