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Ur- und Frühgeschichte: Homo Portans trägt, was ihn schmückt

27 September 2010

Die ältesten Spuren von Dingen, die „vom Menschen getragen“ wurden, deuten nicht auf funktionale Transportleistungen, sondern vielmehr auf das Tragen bestimmter symbolischer Zeichen am menschlichen Körper hin, die man vermutlich zum Schutz oder als Erkennungszeichen trug. Schmuckfunde jedenfalls sind wesentlich älter als Korb- oder Taschenfunde. Der Mensch war also zunächst „Symbolträger“. Natürlich muss hier in Betracht gezogen werden, dass die ältesten Tragbehältnisse aus vergänglichen Materialien gefertigt wurden.

Es gibt so genannten Kleinkunstfunde, z. B. der Hohle Fels bei Schelklingen im Aachtal (Schwäbische Alb), wo durchbohrte Zähne, Fossilien, Schnecken und Muscheln sowie Scheibenperlen und tropfenförmige Anhänger aus Elfenbein gefunden wurden, die als Schmuck oder auf die Kleidung aufgenäht getragen wurden.

Hier ist auch die neu entdeckte “Venus vom Hohlen Fels” sehr interessant.  Es handelt sich bei dieser Venus ganz eindeutig um ein Objekt mit vollständig erhaltener Öse, die das Stück als Anhänger ausweist.

Hier eine Dokumentation von naturevideo über den Fund der “schwäbischen Venus”:

Material Culture: Die Geschichte der Tasche – von der Ötzikraxe bis zur Plastiktüte

27 September 2010

Der älteste archäologische Nachweis eines Rucksacks (Kraxe) stammt von der Gletschermumie Ötzi (3.300 v. Chr.). Der Homo Portans hat also schon früh das Bedürfnis entwickelt, Dinge bei sich zu tragen: von den Kalebasen über den Rucksack übers Geld (das den Warenverkehr gleichsam „entmaterialisiert“ und somit leichter tragbar macht) und die Plastiktüte.

Daran schließt sich auch die Transformation von der Fähigkeit zum Bedürfnis an: Das moderne Bedürfnis, Handtaschen zu tragen, Dinge mit sich zu tragen, obwohl sie allerorten vorhanden sind.